CAMINO REVOLTA“ :

Das Projekt „Camino revolta“ ist ein künstlerisches Bild der „UMKEHR“ und des „NEUBEGINNS“: Wir gehen seit April 2017 den Jakobsweg in die umgekehrte Richtung, vom Endpunkt des „alten Europas“ in Finisterre quer durch Europa auf der Suche nach Impulsen für ein neues Europa. Alle interessierten und engagierten Menschen sind eingeladen sich uns anzuschließen, sei es auch nur für eine kurze Etappe. Wir führen im Gepäck das „MANIFEST VON FINISTERRE“, in dem wir erste Ideen für ein neues, solidarisches Europa zur Diskussion stellen. Auf unserem Weg wollen wir ins Gespräch kommen mit den Menschen, die uns entgegenkommen. Welche Visionen und Ideen für die Zukunft haben Sie für sich persönlich, aber vor allem für unsere gemeinsame Zukunft? Hat Europa überhaupt eine Zukunft? Und wenn ja, wie gestalten wir unser „NEUROPA“, ein „Europa der Menschen“?


auf der Suche nach Impulsen für ein neues EUROPA

Die Pilger auf dem Jakobsweg haben alle ein gemeinames Ziel, Santiago de Compostella und von dort weiter zum Ende der Welt „Cap Finisterre“, von hier aus geht es nicht mehr weiter. Oder doch? Ist der Endpunkt dieser Bewegung vielleicht ein „TURNING POINT?“

Es ist doch ein eigentümliches Bild: Auf ihrem Weg in dieselbe Richtung sehen sich die Mitpilger unterwegs immer von hinten, selten sehen sie beim pilgern ihre Gesichter von vorn. Was geschieht aber, wenn man dieses Bild wendet und den Weg in die entgegengestzte Richtung läuft, was geschieht, wenn man den Menschen ENTGEGENKOMMT? Wir sehen Gesichter, ein jedes mit seiner Geschichte, seinen Hoffnungen und Anliegen. Jeder einzelne Mensch geht auf SEINEM Weg, der moderne Mensch ist den Weg der Individuation sehr weit gegangen – er kommt jedoch dabei zunehmend in eine Krise. Eine Krise des Gesellschaftlichen, eine Krise, in der der Blick für die Gemeinsamkeiten uns immer mehr entschwindet, Partial-Interessen über das Gemeinwohl gestellt werden, die Ausdifferenzierung des Individuellen umschlägt zu einer Haltung der Ab- und Ausgrenzung, der Angst vor dem Anderen und dem Fremden. Die tragende Kraft des ehemaligen Kollektiven entschwindet zunehmend, der „gesellschaftliche Kitt“ wird brüchig und ein neues WIR, ein neues gesellschaftliches Subjekt das erfolgreich durch die Phase der Individualisierung gegangen ist, ist noch kaum in Sicht. Wir stellen fest: Wir haben unterwegs die Vision einer zukunftsfähigen Gesellschaft verloren.

Wie würde jedoch die Welt aber aussehen, wennn wir duch den Endpunkt, den „Turning point“ dieser Entwicklung gegangen wären? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die sich wieder auf das Gemeinwohl bezieht und in der die Individuen sich jenseits des isolierenden Individualismus wiederfinden? Und wie würde vielleicht ein NEUES EUROPA aussehen, das Ausdruck dieses neuen Geistes ist? Ein Europa der Menschen und nicht der Bürokratien und Finanz-Interessen, ein Europa Bottom-up statt top-down?

Was wäre eine Welt in der wir uns ENTGEGENKOMMEN?
Was wäre, wenn wir wüssten, was uns aus der Zukunft entgegenkommt- bzw: wenn wir diese gemeinsam als eine zukunftsfähige gestalten würden?
Es ist Zeit, die Bewegung des alten Europas umzukehren auf der Suche nach dem NEUEN EUROPA in einem neuen GEIST DER SOLIDARITÄT mit allen Menschen auf diesem Planeten!

DIE IDEE:
Das „Ende der Welt“ liegt schon hinter uns, wir gehen jetzt den Weg in eine NEUE Zukunft:
Das Projekt sieht vor, den Jakobsweg „rückwärts“ zu gehen, d.h. vom Cap Finisterre über Santiago de Compostella und anschließend in einer ersten Etappe durch Spanien, in späteren Etappen dann über die Verzweigungen der Jakobswege geht jede(r) Mit-Pilger(in) auf den traditionellen Routen zurück in sein/ihr eigenes Heimatland. Im Gepäck die Idee zu einem NEUEN WIR und vielleicht auch zu einem neuen EUROPA: Neurope now!

neuropa neuklein
Wir wollen auf diesem Weg Geschichten sammeln, die uns die Menschen erzählen, denen wir ENTGEGENKOMMEN: Was sind ihre Beweggründe für den Pilgerweg, was sind ihre Hoffnungen und Wünsche, was sind ihre Ieen für eine Zukunft, die am Ende dieses Weges sich eröffnen soll?
Welche Ansätze zu einer anderen Zukunft sind schon präsent in der Gegenwart dieser Menschen und warten darauf, erkannt und ergriffen zu werden?
Die Gespräche und Begegnungen bei unserem ENTGEGENKOMMEN werden dokumentiert, die Aktion wird in diesem Blog öffentlich zugänglich gemacht.

Projektstart für die 1. Etappe ist am 1. April 2017. (*)

(*) Der 1. April 1947 ist das Gründungsdatum der “Societé Mont Pelerin” (“Gesellschaft vom Pilger-Berg”). Dieser Zusammenschlosss von einflussreichen Wissenschaftlern, Geschäftsleuten und Politikern ist der erste “think tank” der neoliberalen Ideologie, die mittlerweile zu einer Hegemonial-Macht in allen gesellschaftlichen Diskursen geworden ist und die Politik weltweit dominiert. Diese Ideologie ist Ausdruck des falsch verstandenen Individualismus, die alles Gesellschaftliche zerstört und nun an ihre Grenze stößt, an das Ende ihrer Entwicklung. Deshalb starten wir 70 Jahre später an diesem Tag die GEGENBEWEGUNG.

MANIFEST von FINISTERRE
Wir stehen an einem Wendepunkt: Wir sind einen langen Weg gegangen, haben vieles erreicht und manches verfehlt, unsere kritische Selbstreflexion erschließt uns neue Horizonte und wir sind der festen Überzeugung, dass ein zukunftsfähiges Zusammenleben in einem NEUEN EUROPA möglich ist.
Wir sind aufgebrochen zu neuen Horizonten, die eine Verwandlung des Vergangenen einschließen: Wir sind überzeugt, dass die grundsätzlichen Werte Europas, die unserer langen humanistischen Tradition verwurzelt sind und im Zeitalter der Aufklärung in die allgemeingültige Formulierung von „Freiheit, Gleichheit und Solidarität“ gefasst wurden, einen wichtigen Beitrag leisten für die Entwicklung einer friedfertigen Kultur, in Europa und weltweit.
Wir haben aber auch erkannt, dass diese Werte noch nicht in dem Umfang realisiert sind, wie es wünschenswert wäre. Zwar leben wir in Europa in einigermaßen funktionierenden demokratischen Gemeinwesen, diese sind aber einerseits gefährdet von immer wieder aufflackernden antidemokratischen Tendenzen und sie sind andererseits etwicklungsfähig hinsichtlich einer umfassenderen politischen Teilhabe der Bevölkerung.
Wir haben auch die Entwicklung kultureller Standarts erreicht, die die Freiheit des Denkens, den freien Zugang zu Bildung und die freie Meinungsäußerung weitestgehend gewährleisten, wir sind uns jedoch der permanenten Gefährdung dieser Errungenschaft durch Medien-Manipulation und ungleiche Bildungschancen bewusst.
Das bedrängendste Defizit der Nicht-Realisierung unseres Werte-Kanons zeigt sich jedoch in der zunehmenden Entsolidarisierung der Gesellschaft. Die historische Entwicklung der Besitzverhältnisse und die Formatierung der Marktwirtschaft in ihrer aktuellen Ausprägung führen zu einer sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die in ihrem Ausmaß ständig fortschreitet und sozialen Sprengstoff bildet. Unsere demokratischen Errungenschaften sind durch diese Entwicklung zunehmend bedroht,
die Ideologie des Neoliberalismus schreibt diese Verhältnisse fort, zugleich entwickeln sich irrationale Ängste und Ausweichbewegungen bei vielen Menschen, die sich gegen Minderheiten richten. Der Rückzug auf nationale Interessen und eine allgemeine Haltung des „me first“ bedrohen den sozialen Frieden in Europa, nationalistische Tendenzen breiten sich aus und gefährden den Fortschritt der europäischen Idee.
In dieser Bedrängnis liegt jedoch auch die Chance zu einem neuen Aufbruch, am Horizont zeigen sich die ersten schemenhaften Umrisse eines NEUEN EUROPA. Zahlreiche Menschen gründen aktuell Initiativen und Bewegungen, die Bausteine zu einem neuen Europa sind, jeweils auf ihrem Gebiet.
Für ein Europa der Solidarität
Die Orientierung des Wirtschaftens am Gemeinwohl statt am Eigennutz, die Bildung genossenschaftlicher und assoziativer Wirtschaftseinheiten, Ideen für ein anderes Geld- und Bankenwesen, die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen – dies sind nur ein paar wenige Beispiele für ein neues Denken in wirtschaftlichen Zuammenhängen, das Grundlage eines solidarischen Europas werden könnte. Die Erkenntnis, dass ungezügeltes Wirtschaftswachstum eine Sackgasse ist und Konkurrenz und Profitstreben der entfesselten Marktwirtschaft die Ursachen der Entsolidarisierung sind, setzt sich immer mehr durch, immer mehr Menschen leiden unter ihren entfremdeten Lebens- und Arbeitsverhältnissen und sind auf der Suche nach alternativen Lebensmodellen. Initiativen wie z.B. DIEM 25 haben Konzeptionen für einen NEW DEAL erarbeitet, die Grundlage für einen gemeinsamen europäischen
Wirtschaftsraum sein könnten, der SOLIDARITÄT anstelle nationalen und individuellen
Eigennutzes favorisiert.
Für ein Europa der Regionen und der direktdemokratischen Partizipation:
Der Tendenz zur zunehmenden Bürokratisierung und Zentralsierung von politischer Entscheidungsgewalt in nicht ausreichend demokratisch legitimierten Gremien stellt sich eine Kritik entgegen, die mehr Beteiligungsmöglichkeiten einfordert im Sinne direktdemokratischer Abstimmungsmöglichkeiten.
Auch die Regionen Europas fordern mehr Spielraum für autonome Entscheidungsprozesse, statt einem Europa der gegenseitigen nationalen Blockaden bringen fortschrittliche Konzeptionen die Überlegung einer „Europäischen Republik“ ins Gespräch, die statt aus Nationen aus autonomen Regionen sich bildet.
Für ein Europa der Freiheit und kulturellen Vielfalt:
Die Achtung vor dem Anderen und die Wertschätzung kultureller Vielfalt sind Werte, die sich gegen Ressentiment, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus durchgesetzt haben, sie sind unverhandelbar und werden von vielen Menschen und Initiativen gelebt. Diese Werte sind aktuell gegen Angriffe zu verteidigen, die in der „Angst vor dem Anderen“ begründet sind, Offenheit und Toleranz braucht jedoch mutige Menschen!
Freie Medien als Möglichkeit der Informationsfreiheit und des offenen gesellschaftlichen
Diskurses sind unabdingbare Grundlagen demokratischer Gesellschaften, sie gilt es zu schützen gegen Missbrauch und Manipulation, gegen Einflussnahme und Machtkonzentration. Der freie Zugang zu vielfältigen Bildungseinrichtungen ist Voraussetzung einer Persönlichkeitsentwicklung, die jedem Menschen zusteht, sie ermöglicht die Entfaltung einer Dialogkultur, die wiederum die Grundlage demokratischer Teilhabe ist. Initiativen für die Verteidigung der
„Offenen Gesellschaft“ sind zeitnotwendig.
Um diese Inspirationen in ein sinnliches Bild der BEWEGUNG zu kleiden, haben wir das Projekt einer paneuropaischen GEGENBEWEGUNG mit der Zielrichtung eines NEUEN EUROPA gestartet: Seit dem 1 April 2017, dem 70ten Jahrestag der Gründung der Société Mont Pèleri (dem ersten think tank des Neoliberalismus) sind wir auf dem CAMINO REVOLTA (Jakobsweg rückwärts) unterwegs Von Finisterre, dem Ende der alten Welt, quer durch Europa zum Mont Pèlerin und tragen die Botschaft des Aufbruchs in ein NEUES EUROPA mit uns. Wir wollen in den nächsten Monaten und Jahren mit möglichst vielen Menschen diesen Weg gehen und unterwegs Möglichkeiten des Gedankenaustausches und der Information initiieren. Unser Ziel ist ein NEUES EUROPA, in dem die Werte der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität endlich
die ihnen gebührende gesellschaftliche Gestalt bekommen.
Das NEUE EUROPA zeigt sich am Horizont, es liegt an uns, diese Chance jetzt zu ergreifen

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