Estella

Für alle , die sich jetzt Sorgen gemacht haben, dass ich hier bleibe: Entwarnung. Das war natürlich ein „Kunstgriff“ mit der Bar. Die gibt es zwar tatsächlich, aber ich bin nicht der Barkeeper, das überlasse ich einem geschäftstüchtigen Spanier. Ich belasse es bei dem künstlerischen Bild der „Neuropa-Bar“ und werde das in künstlerischen Kontexten auch weiter verfolgen. Die Ebene der Kunst ist die des „Vorscheins“ von Wirklichkeiten, die noch im Möglichkeits-Stadium geborgen sind und sie öffnet damit den Raum für das was „wirklich“ werden kann.
Als ich im letzten Jahr mit dem Thema „Neuropa“ in Finisterre gestartet bin, war das noch eine Idee, die sehr weit weg im Raum der Vorahnungen schwebte, mittlerweile nimmt die Idee in immer mehr Köpfen Gestalt an und Bewegungen, die ein neues, ein anderes Europa fordern, sind vielerorts im Kommen. Insofern können wir schon den Umschlag vom Möglichkeits-Raum in den Wirklichkeits-Raum miterleben, d.h. den ersten vorsichtigen Schritt von der Kunst ins Leben. Für mich ist der Raum der Kunst insofern wichtig, weil meine Utopie mehr beinhaltet als eine gesellschaftliche Veränderung, respektive ein System-Wechsel. Auch der ist notwendig, aber anders als im utopischen Denken des 20ten Jahrhunderts erleben wir heute eine Transformation, die von Menschen ausgeht, nicht vom System (oder dessen Überwindung) . Viele Menschen warten nicht mehr auf ein „anderes System“ das dann den „neuen Menschen“ hervorbringen soll, nein sie machen sich einfach auf den Weg und versuchen andere Werte zu leben, die nicht systemkonform sind. Das marode System wird sich verändern, weil immer mehr Menschen sich daraus verabschieden und anfangen ihre „konkreten Utopien“ zu leben – als kleine Veränderungen in ihrem Alltag. Und damit realisiert sich etwas, was Joseph Beuys vor einem halben Jahrhundert geahnt hat: Jeder Mensch ist ein Künstler.

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Ein Gedanke zu “Estella

  1. Ich mag deine Verwendung des Begriffes „Vorschein“. Im Grunde verstehe ich darunter alles, was uns vor Augen schwebt, aber (noch) nicht direkt greifbar ist. Eine Form der Wirklichkeit, die sich noch nicht ereignet hat, aber im Begriff ist, sich abzuzeichnen.

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