Irgendwo in Europa

Seit 2 Wochen bin ich nun wieder sesshaft, aber die innere Bewegung geht weiter.  Was mich seither sehr beschäftigt hat ist die Beobachtung, wie sehr unser Blog-Thema „Zukunft Europas“ in den letzten Wochen und Monaten zu einem zentralen Thema auch in den Medien geworden ist. Überall in Europa beginnen Menschen sich zu organisieren um gemeinsam Ideen und Impulse in die Welt zu bringen für eine bessere Zukunft und es gibt immer mehr innovative Überlegungen, wie  eine Transformation Europas gelingen könnte. Einen der interessantesten Denk-Ansätze habe ich bei der Politologin Ulrike Guérot gefunden, die die Idee zu einer „Europäischen Republik“ ins Gespräch bringt:

 „Es geht bei der europäischen Republik nicht darum, den Leuten etwas wegzunehmen, Heimat oder Identität, sondern zu fragen: Ist die Heimat wirklich deine Nation oder ist Heimat dein Südtirol, dein Waldviertel, deine Küche, deine Tracht, was immer? Robert Menasse sagt: Heimat ist Region, Nation ist Fiktion. Nationen sind konstruierte Erzählungen. Die Nation war wunderbar und hat uns zwei-, dreihundert Jahre sehr geholfen, das politische Gemeinwesen zu organisieren. Aber sie ist nicht mehr die richtige Gussform für die Zukunft. Wenn wir sagen, wir machen eine europäische Republik, die aus den autochthonen Regionen bestehen würde, Böhmen, Mähren, Katalanien, Schottland, Tirol, Bayern, Saarland, Sachsen etc., dann könnte man ein politisches System ähnlich dem amerikanischen machen. Jede Region entsendet zwei Senatoren in den Senat, das würde die Regionen und ihre Befindlichkeiten aufwerten. Dann könnten die Wallonen ihre Meinung einspeisen, ohne dass sie da so einen Vetostress machen. Dazu müssten wir ein europäisches Repräsentantenhaus wählen, von Lappland bis zur Algarve, das nach einer Bedingung funktioniert: one person, one vote. Alle sind vor dem Recht gleich. Transnationale Wahlkreise, wo wir das Politische vor die Nation stellen.“ Und  die Zeitschrift „Standart kommentiert diesen Entwurf folgendermaßen: „So könnte tatsächlich eine EU aussehen, die sich von den überkommenen Nationalstaaten löst, die Regionalität betont und die ganze Union auf ein demokratisches Fundament stellt, sodass im Sinne der Bürger gehandelt werden kann.“

Mein Eindruck: Wenn jemand schon soweit denken kann, dann sind wir schon mittendrin im geslleschaftlichen Transformationsprozess. Zeit für jeden Einzelnen sich persönlich auf den Weg zu machen.

( Auf dem Foto oben ist die Installation zu sehen, mit der das Projekt „Camino revolta“ auf Ausstellungen und Veranstaltungen demnächst präsentiert wird)

 

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Ein Gedanke zu “Irgendwo in Europa

  1. Danke für Diesen Beitrag !
    …das ist es, was ich schon so lange vertrete und aus Überzeugung befürworte ! ….die Region muss stark in ein Europäisches Konzept eingebunden werden.

    Raimund E.

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